1. Warum sollte man die Zähne Ihres Pferdes kontrollieren?

In der freien Natur ist das Pferd ca. 16 Stunden täglich mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Das Pferdegebiss ist auf die Aufnahme von hartem Steppengras und Knabbern von Zweigen und Baumrinde ausgerichtet, dies führt zu einer natürlichen Ausbalancierung von Schneide- und Backenzähnen. Domestizierte Pferde bekommen immer weicheres und energiereicheres Futter (Gras, kurzes Heu, Hafer, Müsli,…). Dieses Futter müssen sie meist nicht mal mehr alleine abbeißen und durch die höhere Verdaulichkeit auch weniger kauen. Durch die reduzierte Kaubewegung kommt es zur Bildung von scharfen Kanten und Haken und so benötigen Pferdezähne ähnlich wie Ihre Hufe eine regelmäßige Pflege.

2. Wann sollte man die Zähne Ihres Pferdes kontrollieren?

Die Kontrolle der Zähne sollte schon im Wachstum erfolgen, spätestens aber vor dem Einreiten. Später erfolgen die Kontrollen im individuellen Abstand, den wir gemeinsam festlegen. Zusätzlich sollten Sie einen Zahnspezialisten kontaktieren wenn folgende Probleme auftreten:

  • Unrittigkeit
  • Kauen von Wickeln
  • Gewichtsverlust
  • Nasenausfluss (Einseitig)
  • Mundgeruch
  • Blutungen im Maulbereich

3. Was ist bei einer Zahnbehandlung zu beachten?

Vor der Behandlung:

Es ist sehr wichtig, dass wir für die Behandlung eine ruhige, trockene, für das Pferd (und uns ) angenehme Atmosphäre schaffen können (z.B. Box am Ende des Gangs), da wir so weniger Sedierungsmittel für eine optimale Behandlung benötigen. Zusätzlich benötige ich eine Möglichkeit zur Anbringung des Dentalhalfters (z.B. Boxengitter, Haken, Balken)- eine Behandlung in der der Pferdekopf durch den Besitzer hochgehalten wird ist leider nicht möglich, da es eine zu hohe Verletzungsgefahr birgt und zudem der Pferdekopf verkippt und keine optimale Ausbalancierung der Zähne möglich ist.

Zusätzlich werden Strom (Steckdose, Verlängerungskabel bringe ich mit), Wasser (am besten warm) und 2 Eimer (ca 10 Liter) benötigt. 
Unmittelbar vor der Behandlung sollte nichts mehr gefüttert werden.

Nach der Behandlung:

Das Pferd sollte aufgrund der Sedation 2 Stunden kein Futter zu sich nehmen (Leere Box oder Maulkorb). Bitte beachten Sie bei Offenstallhaltung, dass das Pferd sich aufgrund der Sedierung nicht ausreichend artikulieren kann, daher sollte es in Ruhe ausschlafen dürfen.

Die Tage nach der Behandlung:

Bitte keine Äpfel füttern (Die Zähne sind nach der Behandlung empfindlicher und die Säure kann schmerzen). Vorsicht während der Weidesaison- das Gras kann nun besser verdaut werden und zu Koliksymptomen führen. Es kann einige Tage dauern, bis sich das Pferd an die neue Gebisssituation gewöhnt hat und wieder die normale Menge Futter in der gewohnten Geschwindigkeit aufnimmt.

Wenn Sie noch Fragen haben, zögern Sie nicht mich jederzeit anzurufen

4. Was kostet eine Zahnbehandlung?

Natürlich richte ich mich in meiner Preisgestaltung nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), eine genaue Preisauskunft ist also erst nach Untersuchung ihres Tieres möglich. Je nach Befunden, Zeitaufwand und Anfahrtskosten werden die Behandlungskosten inklusive Sedierung zwischen 160 und 200 Euro betragen.